ZiSch - Friedhof

20. März 2003

Enden als Diamant?

Statt die Asche vom Einäschern mit einer Urne zu beerdigen, kann man sie auch zwei Wochen lang pressen und man erhält einen Diamanten. Dies ist in Deutschland noch nicht erlaubt, aber es wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, bis man dann seine Oma als Diamanten um den Hals oder um den Finger tragen kann! Dies meinten Herr Klatt und Herr Göritz vom Friedhof Buntentor.

Der Standard ist natürlich nach wie vor das Beerdigen im Sarg oder eingeäschert in einer Urne. Allerdings sind nur noch 30 % der Beerdigungen 

in einem Sarg!

Ein Grabstelle auf diesem Friedhof kostet zwischen 200,- € und 10.000,- €: Das Günstigste ist ein anonymes Grab. Ein Reihengrab in der Größe von 1 m² kostet für die standardmäßigen 20 Jahre 456,- €. Für ein einzelnes Grab der gleichen Größe und für die gleiche Zeit müssen schon 757,- € locker gemacht werden. „Wir können diese Preise nicht selbst verhandeln“, sagt der Friedhofsgärtner, Herr Göritz, „es ist hier so wie im Immobilienbereich!“

Einen Verwandten im eigenen Garten zu vergraben, was wahrscheinlich weitaus günstiger wäre, ist bisher noch

nicht möglich, „da die Aufhebung des Friedhofzwanges nicht so einfach ist“, so Herr Göritz.

Nach den 20 Jahren, für die einem das Grab zur Verfügung gestellt wird, kann man davon ausgehen, dass der tote Körper vergangen ist, deshalb kann ein Grab nach dieser Zeit wiederverwendet werden. Trotzdem ist es natürlich möglich die Grabstelle zu verlängern.

Einfache Steine sind heutzutage nicht mehr das Einzige, das auf den Gräbern steht. Auch Marmor, Holz und Eisen werden verwendet. „Nur Plastik ist noch nicht zugelassen“, erzählt Herr 

Göritz. Ein Grabstein wiegt 50 kg bis hin zu einer Tonne und kostet 3.000,- € bis 20.000,- €.

In Bremen gibt es 22 Friedhöfe. Diese unterteilen sich in kommunale und kirchliche Friedhöfe. Dazu kommt dann noch ein jüdischer Friedhof.

„Es gibt eine ganze Industrie, die sich mit Särgen beschäftigt“ erzählt Herr Görlitz. Dazu kommen außerdem noch die Berufe, die rund um den Friedhof ausgeführt werden. Bestatter, Friedhofsgärtner, Steinmetz und Juristin sind nur wenige davon!

Jan Stalhut

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