ZiSch - ge·be·in

23. März 2003

Bestatter sind fröhliche Menschen

Irgendwann trifft er uns alle: der Tod! Weil sie ihn jeden Tag vor Augen haben, leben Bestatter bewusst und freuen sich über jeden Tag ihres Daseins. Die trauernden Angehörigen allerdings müssen ordentlich blechen. Für die günstigere Feuerbestattung werden mindestens 3000,- € fällig. Wenn es sogar eine Erdbestattung sein soll, muss man noch mindestens einen Tausender drauflegen. In diesen Preisen ist aber auch schon ein günstiger Sarg, Überführungen und die Aufbewahrung im Kühlraum inbegriffen.

Allein für die Trauerfeier muss mit 450,- € gerechnet werden und für die Verwaltung des Papierkrams werden auch noch mal 180,- € fällig. Ein Urnengrab liegt bei 460,- € für 20 Jahre und für ein Grab für einen Sarg müssen 864,- € gezahlt werden. Dazu kommt dann auch noch eine Gebühr

in Höhe von 747,- €. Dann kommt noch das herrichten das Herrichten des Toten. Dies macht der Thanatologe. Die Toten werden gereinigt, aber nicht geschminkt, lediglich Entstellungen werden korrigiert.

Bei diesen Preisen kommt einem natürlich der Gedanke, ob es nicht auch Billiganbieter gibt. Hierzu sagte Frau Sender von Beerdigungsinstitut ge·be·in: „Billiganbieter hat es vor einigen Jahren gegeben. Die gibt es jetzt nicht mehr.“ Diese Billiganbieter setzten Studenten in ihre Beratungsräume, was sich allerdings nicht als empfehlenswert herausstellte.

Am günstigsten ist es wahrscheinlich, alles selbst zu erledigen. Dies ist zum Großteil sogar möglich: Zum Beispiel kann eine Trauerfeier in den eigenen vier Wänden veranstaltet werden und auch die Toten können selbst für die Aufbahrung hergerichtet werden. Dies ist wiederum im eigenen Heim, sowie in den 

Räumen der ge·be·in möglich.

Es ist aber auch möglich

einfach nur dabei zu sein, wie der Thanatologe den Toten herrichtet. Die Formalitäten können, statt sie per Vollmacht an das Beerdigungsinstitut zu übergeben, auch selbst erledigt werden: Das beginnt beim Totenschein, der vom Arzt ausgestellt wird. Dieser ist die Grundlage für die Sterbeanzeige, die an das Gesundheitsamt, das Standesamt und an die Polizei weitergeht. Außerdem müssen Krankenkasse und Rentenkasse benachrichtigt werden.

Wenn ein Toter keine Angehörigen hat, die sich für ihn interessieren bzw. verantwortlich fühlen, wird er von der Gerichtsmedizin nach der Einäscherung in ein anonymes Gemeinschaftsgrab „entsorgt“. Zu dieser schrecklichen Tatsache sagte Gisela Sender: „Tote sind auch Menschen und sie haben es verdient, dass man 

würdevoll mit ihnen umgeht!“

Wenn es um den Sarg geht, gibt es erst mal eine Menge verschiedene Varianten, die natürlich auch den Preis entscheiden. Der Grundunterschied liegt in der Holzart. Hier gibt es die Wahl zwischen Eiche und Kiefer. Da Eiche langsamer vergeht, ist sie bei vielen Leuten beliebter.

Das Beerdigungsinstitut vermittelt außerdem auch noch Psychologen. Diese begleiten die Angehörigen des Verstorbenen noch über Jahre hinweg. Außerdem kümmert sich der Psychologe als Supervisor um die psychologische Betreuung der Angestellten.

Es gibt natürlich die Möglichkeit einen Gestorbenen ins Ausland zu überführen. Hierzu darf der Sarg nicht als solcher erkennbar sein. Außerdem muss der Tote in einer Zinkeinlage liegen, damit keine Körperflüssigkeiten austreten können.

Jan Stalhut

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