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ZiSch - Reportage: Tod |
4. April 2003 |
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Sogar der Tod ist nicht umsonst! |
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Irgendwann trifft er uns alle: der Tod! Und neben der Trauer der Angehörigen müssen diese auch noch ordentlich blechen: Für eine einfache 1 m2 große Grabstelle werden schon 460,- € fällig und wenn es sogar ein Grab für einen Sarg sein soll (2 m2), kostet dies 864,- €. Für diese Preise steht einem das Grab aber auch für 20 Jahre zur Verfügung. Es ist aber natürlich auch möglich ein noch viel größeres Grab für bis zu 10000,- € zu bekommen. Dazu kommt dann auch noch der Grabstein für den zwischen 3000,- € und 20000,- € anfallen. Eine Trauerfeier beim GE-BE-IN kostet 450,- €. Wenn man gleich alles vom Bestattungsinstitut machen lässt, werden für eine Feuerbestattung mindestens 3000,- € fällig und wenn es sogar eine Erdbestattung sein soll, muss man noch mindestens einen Tausender drauflegen. In diesen Preisen ist natürlich auch die Erledigung der nötigen Formalitäten inbegriffen, die dann per Vollmacht an das Bestattungsinstitut übergeben werden. Dies erläuterte das Ehepaar Sender vom GE-BE-IN. Herr Klatt und Herr Göritz vom Friedhof Buntentor ergänzten, dass es auch möglich ist sein Grab von |
Friedhofsgärtnern pflegen zu lassen. Hierfür fallen dann auch noch mal 80,- € bis 500,- € jährlich an. Außerdem erzählten sie, dass nur 30 % aller Beerdigungen mit einem Sarg stattfinden, die anderen 70 % bevorzugen eine Feuerbestattung mit einer Urne. Bei diesen hohen Preisen kommt einem natürlich der Gedanke, ob es nicht auch Billiganbieter in dieser Brache gibt. Hierzu sagte Gisela Sender: „Billiganbieter hat es vor einigen Jahren gegeben, die gibt es jetzt nicht mehr.“ Diese Beerdigungsinstitute setzten Studenten in ihre Beratungsräume, was sich allerdings nicht als empfehlenswert herausstellte. Denn für diesen Beruf ist schon eine gewisse Lebenserfahrung notwendig. Am günstigsten ist es daher wahrscheinlich, alles rund um die Beerdigung selbst zu erledigen. Dies ist zum großen Teil auch möglich: Beispielsweise können die Toten selbst gewaschen werden oder zumindest kann man dabei sein, wenn dies die Experten (Thanatologen) vom GE-BE-IN tun. Auch die Trauerfeier kann zu Hause veranstaltet werden. Wenn es allerdings um den „Papierkram“ geht, wird es schon etwas aufwändiger: Der Totenschein muss vom Arzt ausgestellt werden. Dieser ist |
die Grundlage für die Sterbeanzeige, die dann wiederum an die Polizei, das Gesundheitsamt und das Standesamt weitergeht. Außerdem müssen Krankenkasse und Rentenkasse benachrichtigt werden. Im Islam sowie im Judentum ist es sowieso üblich, dass die Toten von den Angehörigen bzw. Freunden selbst gewaschen werden. Bei den Muslimen kommt noch hinzu, dass sie in ein weißes Leichentuch gehüllt werden. Der Sozialpädagoge Herr Sari von der Moschee in Gröpelingen sagte: „Weiß ist die Farbe der Reinheit, deshalb die weißen Leichentücher.“ Ein Muslim möchte nach Möglichkeit ohne Sarg begraben werden, denn „Sie glauben, dass sie ein Bestandteil der Natur sind“, erzählte Herr Sari. Hinzu kommt noch, dass die Muslime mit dem Kopf in Richtung Mekka zeigen wollen und wegen dieser ganzen Bedingungen, die hier kaum erfüllt werden können, werden noch immer 95 % aller Muslime in ihren Heimatländern begraben. Frau Noa von der Synagoge erläuterte, dass die Juden nach vielen Gebeten mit drei Schaufeln Erde aus Israel in einfachen Holzkiste, die als Sarg dient, beerdigt werden. Bei ihnen muss auf der |
Vorderseite des Grabsteins auf Hebräisch eingraviert sein: „Die Seele soll eingebunden sein in den Bund des ewigen Lebens“. Und nur auf der Rückseite dürfen die Angehörigen etwas beliebiges schreiben. Dies ist bei den Moslems wiederum anders: diese verwenden meist gar keinen Grabstein und wenn doch, ist es jedem selbst überlassen, was auf dem Stein steht. Bei den Juden sowie bei den Muslimen bleibt ein Grab ewig bestehen und es müssen einmalig 800,- € gezahlt werden. In beiden Religionen ist die Feuerbestattung im Gegensatz zum Christentum strengstens verboten. Bei den Christen wird generell schwarze Kleidung getragen, denn „schwarz symbolisiert Trauer bzw. Traurigkeit“, erzählte Pastor Degenhardt von der Christusgemeinde in Woltmershausen. Bei der christlichen Beerdigung erzählt der Pastor etwas aus dem Leben des verstorbenen und spricht Gebete aus der Bibel, zum Schluss sagen alle das Vaterunser. Aber in einem sind sie sich alle einig: Es gibt ein Leben nach dem Tod! Jan Stalhut |
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